Holz ins Herz der Städte

Nachbericht „Holz – Baustoff der Zukunft“ vom 6. November 2014

Großes Interesse für den Holzbau: Die zweite Veranstaltung der Reihe Holz – Baustoff der Zukunft, lockte am 6. November ca. 100 Gäste in die Räumen des Holzgroßhändlers Röhnert in Berlin stattfand. Fünf Referenten betrachteten in ihren Vorträgen den Holzbau aus verschiedenen Blickwinkeln. Matthias Röhnert, Geschäftsführer der Röhnert Holz GmbH in fünfter Generation, begrüßte die vielen Zuhörer. Er hatte gern seine Ausstellungshalle zur Verfügung gestellt.

Teilnehmer

Teilnehmer „Holz – Baustoff der Zukunft“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Auftakt gab Tom Kaden einen Überblick über die Projekte seines Büros. Er trug sein Anliegen vor, den Holzbau in die Stadt zu bringen und dort mehrgeschossigen Wohnungsbau in Holz zu verwirklichen: „Nicht die locker in die Landschaft gewürfelte Nullenergiesiedlung, sondern die hochverdichtete, kluge Stadtarchitektur, die das pendeln in die Vororte unnötig macht!“ zitierte Tom Kaden Niklas Maak (aus „Wohnkomplex“).

Tom Kaden, Kaden und Partner

Tom Kaden, Kaden und Partner

Ansgar Hüls, Hüls Ingenieure

Ansgar Hüls, Hüls Ingenieure

Reimund Roß, Berliner Feuerwehr

Reimund Roß, Berliner Feuerwehr

Dag Schaffarczyk, Spreeplan

Dag Schaffarczyk, Spreeplan

Reinhard Eberl-Pacan, Eberl-Pacan Architekten Ingenieure Brandschutz

Reinhard Eberl-Pacan, Eberl-Pacan Architekten Ingenieure Brandschutz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ansgar Hüls erläuterte in seinem Vortrag über Schallschutz, dass es auch im Holzbau möglich ist, Schallschutzwerte wie im Massivbau zu erzielen. Er ging auf Wand-, Decken- und Sichtholzdecken ein und erklärte, wie man mittels verschiedener Abstände, unterschiedlicher Schüttungen oder mit Estrichaufbauten dem Schallschutz gute Werte verleihen kann. Für besonders problematische Reihenhauswänden konnte er detailliert Lösungen aufzeigen.

Ein Filmausschnitt über die große Feuersbrunst von London im Jahre 1666 eröffnete Reimund Roß‘ Vortrag zum Brandschutz im Holzbau. Dort wurden die mittelalterlichen Brandrisiken – enge Holzbauweise, Licht von Kerzen, Kochen und Heizen mit Holz, viele Handwerksbetriebe, die mit Feuer arbeiteten. Durch moderne Haustechnik, eine gut ausgebildete Feuerwehr und moderne Löschtechniken haben sich Brandrisiko und die Möglichkeiten von Löschmaßnahmen stark verbessert. Nichtbrennbare Baustoffe in Rettungswegen, klassifizierte Brandschutztüren, Rauchwarnmelder, Brandmeldeanlagen verringern das Risiko eines Brandes ebenso wie automatische Löschanlagen, die das Feuer schon in der Entstehungsphase bekämpfen.

Große Expertise bei Baustoffen, Ausstattungsmaterial und ihre gesundheitlichen Auswirkungen trug Dag Schaffarczyk vor. Dabei ging er auf Lüftungs- und Heizungsfehler, zeigte Alternativen auf, stellte verschiedene Dichtungsmaterialien gegenüber und erläuterte Elektrostrahlung, Farben, Tapeten, Verputzarten und Bodenbeläge.

Reinhard Eberl-Pacan kennt sich in beidem aus: Holzbau und Brandschutz. Hat er sich als Architekt zunächst mit der Holzbauweise beschäftigt, hat er sich nun dem vorbeugenden Brandschutz verschrieben. In seinem Vortrag erläuterte er, wie Brandschutzkonzepte oder –nachweise in der Ausführungs- und Detailplanung sicher umgesetzt werden, um im Holzbau eine wirtschaftlichen und rechtssicheren Brandschutz installieren zu können.

In der Kaffeepause stellte die Firma FOGTEC in einer Praxisdemonstration eine Hochdruck-Wassernebel-Löschtechnik vor. Die FOGTEC Brandschutz GmbH & Co. KG mit Hauptsitz in Köln ist einer der international führenden Hersteller von Hochdruckwassernebellöschanlagen. In der Forschung und Entwicklung arbeitet die Firma eng mit unabhängigen Sachverständigen und anerkannten Prüfungsinstitute zusammen. Die Systeme arbeiten mit reinem Wasser, welches bei einem Druck von 80 bis 200 bar vernebelt wird. Ziel ist, den Schutz von Menschen und Sachwerten kontinuierlich zu verbessern.